Entwurf · Genossenschaft in Gründung · Stand September 2026
Ein Beispiel: Amine aus Sfax, 21 Jahre, Abitur, will eine Ausbildung in Deutschland beginnen. So sieht der Weg aus – Schritt für Schritt und mit dem, was jeweils zu bezahlen ist. Alle Beträge sind gerundete Richtwerte in Euro (Stand September 2026, 1 € ≈ 3,35 Dinar).
Bei jedem Schritt kannst Du eintragen, was Du selbst zahlst. Die Werte gelten auch unten in der Rechnung.
Für ein Ausbildungsvisum verlangt die Deutsche Botschaft Deutsch auf Stufe B1, in der Pflege oft B2. Von null bis B1 sind es rund 250 bis 300 Unterrichtsstunden – meist sechs bis zwölf Monate neben Arbeit oder Studium. Wer dafür weniger arbeitet, verdient in dieser Zeit weniger.
typisch Kurse bis B1: rund 700 bis 800 € an einer privaten Sprachschule, rund 1.150 € am Goethe-Institut. Bis B2 kommen 300 bis 500 € dazu.
Prüfungstermine sind knapp, die Anmeldung ist oft nur wenige Tage offen. Wer einen Teil nicht besteht, zahlt ihn noch einmal und wartet auf den nächsten Termin.
typisch Goethe-Institut Tunis: B1 rund 175 €, B2 rund 190 €, ein Modul wiederholen rund 90 bis 100 €.
Reisepass beantragen. Abiturzeugnis und Notenblätter erst von den tunesischen Ministerien beglaubigen lassen, dann bei der Deutschen Botschaft legalisieren (Termin über deren Dienstleister). Alles, was eingereicht wird, braucht eine Übersetzung ins Deutsche.
typisch Pass rund 22 € · Legalisierung 36 € je Dokument plus Gebühr des Dienstleisters · Übersetzungen und Beglaubigungen zusammen oft 100 bis 500 €.
Viele Bewerbungen, Gespräche per Video, am Ende ein unterschriebener Ausbildungsvertrag. Das dauert oft Monate. Und nicht jeder Vertrag zahlt genug für das Visum – dazu Schritt 6.
typisch Mit Hilfe bei den Bewerbungen rund 1.600 €. Wer alles selbst macht, braucht vor allem Zeit – dazu Internet und Bewerbungsfotos.
Unten in der Rechnung zählt an dieser Stelle, was die dort gewählten Leistungen kosten.
Bei schulischen Ausbildungen – etwa Pflege, Physiotherapie und in manchen Bundesländern Erzieher – entscheidet die Berufsschule, ob das Abiturzeugnis reicht; manche verlangen eine Anerkennung durch das Bundesland, und die dauert Wochen bis Monate. Die Bundesagentur für Arbeit prüft die Ausbildungsbedingungen. Schneller geht es mit dem beschleunigten Fachkräfteverfahren, das der Betrieb bei der Ausländerbehörde beantragt.
typisch Anerkennung je nach Bundesland 0 bis 125 € · Zustimmung der Arbeitsagentur kostenlos · beschleunigtes Verfahren 411 €.
Die Botschaft verlangt mindestens 822 € netto im Monat. Viele Ausbildungen zahlen im ersten Jahr weniger – die gesetzliche Mindestvergütung liegt 2026 bei 724 € brutto. Die Lücke für ein Jahr muss vorher auf ein Sperrkonto in Deutschland; davon wird jeden Monat nur ein Teil frei. Aus Tunesien geht die Überweisung nur mit Nachweisen und bis zu festen Obergrenzen.
typisch Auf dem Sperrkonto oft 1.500 bis 3.000 € · Kontogebühren rund 50 bis 280 € im Jahr. Stellt der Betrieb ein kostenloses Zimmer, sinkt der Betrag – oft auf null.
Mit dem Sperrkonto-Rechner nachrechnen: Reicht die Vergütung – und wie viel muss aufs Konto? ↗
Übersicht als PDF: andere Nachweise, Sperrkonto-Anbieter, Überweisung aus Tunesien und Indien ↗
Die Beträge im PDF gelten für ein Studium (11.904 € im Jahr). Für eine Ausbildung muss nur die Lücke aufs Konto – Anbieter und Arten des Nachweises sind dieselben.
Gebunden, nicht ausgegeben: Das Geld wird Monat für Monat für Deinen Lebensunterhalt frei. Es zählt deshalb nicht zur Summe.
Den Antrag für eine Ausbildung stellt man inzwischen online über das Auslandsportal des Auswärtigen Amts; die Prüfung kann bis zu drei Monate dauern. Für Arbeitsvisa über die Warteliste nennt die Botschaft Tunis derzeit mehr als zwölf Monate Wartezeit – allein bis zum Termin. Termine über „Händler“ oder „Berater“ gibt es nicht; die Botschaft warnt ausdrücklich, dass man dabei viel Geld und Zeit verlieren kann.
typisch Visumgebühr 75 € (bar in Dinar, bei Ablehnung verloren) · Fahrt nach Tunis · Krankenversicherung von der Einreise bis zum Ausbildungsbeginn, rund 30 bis 60 € im Monat.
Nach der Landung: ein Zimmer finden – oft der schwierigste Teil –, bei der Stadt anmelden, Bankkonto und Handyvertrag, dann die Aufenthaltserlaubnis bei der Ausländerbehörde beantragen, bevor das Visum abläuft.
typisch Flug rund 150 bis 400 € · Kaution bis zu drei Kaltmieten, oft 900 bis 1.500 € · erste Miete 350 bis 600 € · Bett, Küche, Winterkleidung 300 bis 700 € · Aufenthaltserlaubnis 100 € · Deutschlandticket 63 € im Monat.
Die Ausbildungsvergütung kommt erst am Ende des ersten Monats. Bis dahin müssen Essen, Handy und Fahrten aus eigener Tasche bezahlt werden. Dazu kommt der Rundfunkbeitrag – ein Brief, der viele Neuankömmlinge überrascht.
typisch Rund 300 bis 500 € bis zum ersten Lohn · Rundfunkbeitrag 18,36 € im Monat je Wohnung.
In den ersten ein bis vier Monaten kann der Betrieb ohne Kündigungsfrist kündigen. Dann muss schnell ein neuer Ausbildungsplatz her – sonst ist der Aufenthalt in Gefahr, und das bis dahin ausgegebene Geld ist verloren.
Bis die erste Ausbildungsvergütung kommt, sind so schnell 5.000 bis 9.000 € ausgegeben – mit Hilfe bei den Bewerbungen, Gebühren für eine Vermittlung nicht mitgerechnet. Dazu liegen oft 1.500 bis 3.000 € fest auf dem Sperrkonto. Und es vergeht Zeit: vom ersten Deutschkurs bis zur Einreise meist ein bis zwei Jahre.
Wer nur auf den nächsten Schritt schaut, gerät unterwegs leicht in Geldnot – oder muss kurz vor dem Ziel aufgeben.
Quellen: Deutsche Botschaft Tunis, Goethe-Institut Tunesien, Sprachschulen in Tunis, BIBB (Mindestvergütung 2026), § 551 BGB (Kaution), §§ 20, 22 BBiG (Probezeit). Beträge gerundet.
Die LearnAndEarn eG soll eine Genossenschaft werden, in der Kandidaten und Agenturen gleichberechtigte Mitglieder sind. Hier siehst Du, was Du zahlen würdest – getrennt nach drei Arten Geld, die wir nie vermischen.
Stell ein, was Du buchen würdest. Die Preise legt die Genossenschaft fest.
Das bezahlst Du für Leistungen. Es kommt nicht zurück.
| Leistung | Preis | Menge | Betrag |
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Kandidatenmarktplatz Hast Du den Start-Block gebucht und bei uns einen B2-Test bestanden, bekommst Du Zugang zum Kandidatenmarktplatz der MB Learnandearn.me. Dort können Betriebe Dich auch selbst finden – mit etwas Glück kommt ein Vertrag zustande, ohne dass Du Dich bewirbst. Versprechen können wir das nicht; bewirb Dich weiter selbst.
Kein Preis, sondern Dein Kapital. Zahlst Du ihn bar, steht die Einzugsgebühr dafür bei den Kosten – der Anteil selbst bleibt ganz.
| Was | Anzahl | Betrag |
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Vorläufig: sechs gleiche Raten nach dem nächsten festgestellten Jahresabschluss, beginnend im zweiten Monat danach (Satzungsentwurf § 8, lettisches Genossenschaftsgesetz). Macht die Genossenschaft Verlust, kann der Betrag kleiner sein.
Diese Zahl ist eine Rechnung mit Annahmen, kein Versprechen. Ob überhaupt etwas ausgeschüttet wird, beschließt die Generalversammlung aus einem festgestellten Gewinn. Ein Anspruch besteht nicht, und die Anteile werden nicht verzinst. Alle Beträge sind vor Steuern, die bei einer Ausschüttung für die Genossenschaft und für Dich in Deinem Wohnsitzland anfallen können.
Die Schätzung rechnet mit der durchschnittlichen Nutzung aller Mitglieder, nicht mit Deinen Angaben zu Bewerbungen, freiwilligen Leistungen, Barzahlung und weiteren Ausgaben – von Deinen Angaben geht nur die Zahl Deiner Geschäftsanteile ein. Sie beschreibt ein Jahr, in dem alle angenommenen Mitglieder beitreten. Wer später nichts mehr bucht, bleibt Mitglied und behält seinen Anteil: In den Folgejahren teilen sich mehr Anteile den Überschuss, und die Beitrittsgebühren fallen nicht erneut an. Kommen weniger Mitglieder, nutzen sie die Plattform kürzer oder sind die Kosten höher, fällt die Ausschüttung kleiner aus oder ganz weg.
Dieselben Annahmen, nur die Mitgliederzahl ändert sich.
| Mitglieder | je Anteil | Rendite |
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Die MB Learnandearn.me stellt die Plattform und bekommt dafür einen Umsatzanteil und ein festes Monatsentgelt – beides steht hier offen. Die MB als Firma ist kein Mitglied; ihr Gründer und gegebenenfalls weitere Teilhaber können Mitglied werden, mit einer Stimme wie jedes Mitglied und je Anteil derselben Ausschüttung wie alle. Die Sätze sind ein Vorschlag: Sie werden bei der Gründung für fünf Jahre festgelegt; danach entscheidet die Generalversammlung neu, und wer an der MB beteiligt ist, stimmt dabei nicht mit.
| Was | Wert |
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Die Tabelle lässt sich seitlich wischen.
| Leistung | Menge | Umsatz | an Betreuer | an MB | bleibt eG |
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Geld der Behörde. Die Genossenschaft verdient daran nichts und leitet es weiter.
| Was | Empfänger | Betrag |
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Das zahlst Du nicht an die Genossenschaft, sondern an Sprachschule, Botschaft, Fluggesellschaft, Vermieter und Behörde. Die Beträge sind Beispiele – trag Deine eigenen ein.
| Was | Empfänger | Betrag |
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